Wo finde ich Hilfe? – Hilfreiche Adressen in Düren und anderswo

Protokoll des Psychoseseminars vom 15.03.2006

Zunächst erfolgt die Begrüßung des Auditoriums und der Hinweis, dass im heutigen Seminar keine Begleitung einer Ärztin oder eines Arztes sein wird.

Zu Beginn stellt sich heraus, dass es Anwesende gibt, die nicht wissen, was eine Psychose ist.

Es wird zusammen getragen, was man darunter verstehen kann:

Was ist eine Psychose?

  • Realitätsverlust
  • z. B. Stimmen hören
  • Halluzinationen
  • Verfolgungswahn (jemand bemerk, das es mittlerweile eine Menge Kameras gibt, die in der Öffentlichkeit aufgestellt wurden. Wenn man sich verfolgt fühlt, verstärkt dies möglicherweise die Wahnidee weiter)
  • Anders erlebte Realität
  • Denkstörungen (Sätze nicht beenden bzw. neue Inhalte einbringen)
  • Ist Traum im Wachsein

Erklärungsversuche:

  • Gestörter Gehirnstoffwechsel
  • Gestörter Elektolytehaushalt im Gehirn
  • Gehirnverletzungen
  • Schlimme Erfahrungen als Kind
  • Bakterien
  • Genetische (erbliche Disposition)
  • Drogen können auch ein Auslöser für eine Psychose sein. Es wird bemerkt, dass 25 % der Menschen mit Drogenkonsum keine Psychose entwickeln. 50 % sind gefährdet eine Psychose zu bekommen und 25 % der Menschen mit Drogenkonsum bekommen eine Psychose.

1.Warm up

Es wurde die Frage gestellt: Wobei brauche ich Hilfe?

Jeder der möchte hat nun die auch die Gelegenheit darüber zu berichten: Wo bin ich auf andere Menschen und Hilfe angewiesen?

Dazu wurde folgendes zusammengetragen:

  • Hilfe bei der Findung von Normalität und alles was damit zusammen hängen könnte. Nach einem jahrelangen Aufenthalt in stationären Einrichtungen berichtet dieser Mann, diene die Gratwanderung zur Findung der persönlichen Normalität der Weiterentwicklung seiner Persönlichkeit.
  • jemand berichtet davon derzeit in der RKD untergebracht zu sein und es fehlen die persönlichen Kontakte nach Außen. Die Einsamkeit wird als sehr groß empfunden. Der Besuch der Kontakt- und Beratungsstelle bringe da Abhilfe, in Kneipen und Cafe` würden keinerlei befriedigende Kontakte entstehen.
  • jemand anders braucht Hilfe bei der Berufsfindung und Integrationshilfe für hochbegabt und psychisch Erkrankte. Dieser Mann beklagt, dass er zwar gut in der Lage ist 8 Stunden täglich zu arbeiten, jedoch keine Möglichkeit für sich sieht auf dem Arbeitsmarkt eine angemessene Tätigkeit zu finden. Hinzu kommt, dass er die Erfahrung gemacht hat, wenn er beim Arbeitgeber über seine Erkrankung gesprochen hat, das dieser dann die Arbeit an jemand anders vergibt (Begriffe wie: häufige Krankzeiten und Unzuverlässigkeit werden genannt). Es gibt sog. Berufförderungswerke z. b. Michaelshoven (Köln), die teilweise nicht in NRW sind oder das BTZ (Berufstrainingzentrum) in Köln. Es gibt auch die Möglichkeit über DEKRA oder TERTIA eine Berufsförderungsmaßnahme zu absolvieren.
  • als Angehörige eines psychisch erkrankten Sohnes wird nach den richtigen Verhaltensweisen im Umgang mit der Erkrankung gesprochen
  • als Ehefrau eines psychisch erkrankten Mannes braucht eine Frau Hilfe dabei, wenn ihr Mann einen Schub bekommt, dann Haldol als Akut-medikament einnimmt und dann den Schub ausschläft. Wenn der Mann schläft, braucht er allenfalls jemand, der etwas aufpasst, falls er aufwacht. Vielleicht gibt es eine Möglichkeit beim Selbsthilfezentrum jemand zu finden, denn in der Familie sind die Hilfen mit der Zeit versiegt. Es war aber auch schon über längere Zeit die Nachbarin, die auf den Mann geachtet hat.
  • Eine andere Angehörige berichtet, dass sie Hilfe benötigte, als ihr Sohn so schwer dekompensierte und auf sie losging. Jedoch wurde jede Hilfe von unterschiedlichen Systemen abgeblockt. Ebenso wurde keinerlei Aufklärung über die psychische Erkrankung gegeben und auch keine Stellen empfohlen, wo Aufklärung gegeben wird. In diesem Zusammen-hang wird die Polizei, Ärzte und Klinik gennant. Wo findet man denn nun Hilfe, wenn keiner helfen will? Es wird die Telefonseelsorge genannt, die einem Anlaufstellen nennen kann. Zudem kann in solchen Fällen das Ordnungsamt angerufen werden. Es wird sich für Düren jedoch insgesamt ein besseres Notfallsystem gewünscht.
  • Jemand wünscht sich ein schönes Netzwerk mit Selbsthilfegruppe für Betroffene, Literaturlisten und Spezialkliniken. Es wird die Anregung gegeben, das sich eine Arbeitsgruppe zur Gründung eines Netzwerkes „Psychose“ bilden könnte.
  • Jemand fände es bei der Suche nach einem Kompetenznetz hilfreich einen Adressenkatalog zu haben der sich um das Kompetenznetz „Psychose“ dreht. Es wird in diesem Zusammenhang auch der Gedanke geäußert, dass nach dem „Bündnis gegen Depression“ in drei Jahren ein „Kompetenznetz Psychose in Düren“ angeregt wird, denn die Unwissenheit über den Bereich Psychosen ist groß.
  • Im Seminar sind mehrere TeilnehmerInnen die mit schweren Depressionen zu tun haben. Es wird kurz über das „Bündnis gegen Depressionen“ gesprochen und das dazu eine Veranstaltungsreihe angeboten wird. Die Unterlagen werden denjenigen zugeschickt. Es wird die Abgrenzung zwischen Depression und Psychose gemacht und der Zusammenhang zwischen diesen hergestellt.
  • Jemand anders möchte Hilfe, wenn darum geht über Medikamente zu sprechen. Hier wird zusammen getragen, dass es die Möglichkeit gibt, im Internet auf bestimmten Seiten (Internetadressen werden bereit gehalten / www.google.de Medikamentenname) die Möglichkeit des Austausches erhält. Es gibt auch sehr viel neuere Literatur, die sich mit dem Thema „Medikamente“ auseinander setzten.
  • Jemand berichtet davon Hilfe bei der Hausarbeit und der Körperpflege von Zeit zu Zeit zu brauche. Es kommt der Hinweis, dass dieser Bereich der typische Arbeitsbereich des ambulanten Betreuten Wohnens ist. Wobei nach der Reform des ambulanten Betreuten Wohnens das Prinzip der Nachrangigkeit greift und Angehörige ersten Grades je nach Höhe des Einkommen zur Mitfinanzierung heran gezogen werden.
  • Hilfe kann man auch bekommen beim Facharzt oder der Psychiatrischen Klinik.
  • Bei Beschwerden kann man sich an den Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e. V. wenden.

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.