Wie halte ich das Gleichgewicht zwischen übermäßiger Offenheit – Verschlossenheit und übermäßigem Vertrauen – Misstrauen?

Protokoll des Psychoseseminars vom 17.10.2012 von 19.00 – 20:45 Uhr

Moderation und Protokoll: Frau Sieburg

Nach der Begrüßung wird die Frage gestellt:

Was kann passieren, wenn man zu offen, zu verschlossen, zu vertrauensvoll oder zu misstrauisch ist?

Zur Veranschaulichung wird ein Kreuz mit dicker Wolle auf den Boden gelegt. An den Enden werden Karten mit den Bezeichnungen übermäßige Offenheit, Verschlossenheit, übermäßiges Vertrauen und Misstrauen gelegt. Die Gegensätze liegen dabei jeweils gegenüber.

Die Antworten der Teilnehmer werden auf Karten geschrieben und auf das Kreuz gelegt. Dabei zeigt es sich, dass viele Antworten sowohl zu übermäßigem Vertrauen, als auch zu übermäßigem Misstrauen passen. Sie werden deshalb im Zwischenraum hingelegt.

Hier die Antworten:

Übermäßige Offenheit

  • Scham (Wenn man sich dieser Offenheit später bewusst wird)
  • Ausnutzung (Wenn man zu offen ist, kann man leichter ausgenutzt werden.)
  • Überforderung der Mitmenschen
  • Missbrauch
  • Enttäuschung
  • Abhängigkeit
  • Offenheit im Internet
  • Überforderung der Mitmenschen

Übermäßige Verschlossenheit

  • Keine Hilfe bei Verschlossenheit (Die Menschen wissen dann nicht, dass man Hilfe braucht.)
  • Isolation
  • Hilflosigkeit
  • Missverständnisse (Die Menschen denken sich dann ihren Teil und handeln auch danach.)
  • Keine Kontaktaufnahme möglich.
  • Einsamkeit
  • Falsche Einschätzung der Anderen.
  • Überforderung der Mitmenschen

Übermäßiges Vertrauen

  • Siehe auch: übermäßige Offenheit
  • Falsches Vertrauen (Man vertraut den falschen Menschen.)
  • Überforderung der Mitmenschen

Übermäßiges Misstrauen

  • Führt auch zu Misstrauen von Anderen
  • Angst, Aggression
  • Wahn
  • Psychische Erschöpfung
  • Erschöpfung der Mitmenschen
  • Überforderung der Mitmenschen

In der zweiten Hälfte geht es um die Frage:

Wie bleibe ich im Gleichgewicht?

Die folgenden Antworten werden gefunden:

  • Die Konzentration auf die eigenen Stärken.
  • Achtsamkeit hilft. Es hilft vor allem, seine eigenen Grenzen kennen zu lernen.
  • Eigenes Krisenmanagement schaffen.
  • Geduld mit sich und Anderen haben.
  • Gelassenheit hilft bis zu einer bestimmten Grenze.
  • Verbündete suchen. Das können sowohl Gesunde als auch Erkrankte sein.
  • Zum Trialog (=Psychoseseminar) gehen
  • Eigene Gefühle durch Fremd- und/oder Selbstreflexion überprüfen.
  • Neue soziale Kontakte suchen, alte auffrischen.
  • Erlebnisse aufschreiben
  • Strukturen im Alltag finden. Geregelter Ablauf, Rituale, feste Termine.
  • Neue Erfahrungen in einem sicheren Rahmen machen.

Abschlussrunde: Ein Stein wird in die Runde gegeben: Was hat Ihnen diese Veranstaltung gebracht (was nehmen Sie mit? Was lassen Sie hier?)

Ca. 20:45 Uhr

Verabschiedung der Gäste

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.