Wie bekommt man nach einer Psychose (wieder) sozialen Anschluss? (soziales Netzwerk)

Protokoll des Psychoseseminars vom 19.10.2011 von 19.00 – 20:45 Uhr

Moderation und Protokoll: Herr Schmidt, Frau Hamacher

Zunächst erfolgt die Begrüßung des Auditoriums und des Gastes, H. Caspers-Kiock (LVR-Klinik Düren)

1. Zum Einstieg in das Thema wird in die Runde gefragt:

„Welche Schwierigkeiten hatten sie in Bezug auf soziale Kontakte mit Ihrer psychischen Erkrankung?“

Hier einige Antworten:

  • Familien haben wenig Verständnis
  • Freunde distanzieren sich
  • Menschen sind neugierig, haben aber Angst uns anzusprechen
  • Viele gehen Menschen mit psychischen Erkrankungen aus dem Weg, da sie Hemmungen haben
  • nach außen muss eine Fassade aufrecht erhalten werden ( aus Angst?)
  • man wird im Job gemieden
  • Angst über die Erkrankung zu sprechen wegen der negativen Resonanz
  • Menschen sprechen nicht offen mit einem

Jemand aus der Runde erwähnt, dass früher Menschen mit Downsyndrom (Trisomie 21) weggesperrt wurden. Heute haben die ersten Kinder mit Downsyndrom das Abitur gemacht. Mein eigener Kommentar: „Es verursacht mir Gänsehaut mir das vorzustellen.“

2. Welche Möglichkeiten sehen Sie, Ihre sozialen Kontakte zu verbessern, zu verändern oder neu zu knüpfen?

  • Selbsthilfegruppen
  • Soziales Netzwerk
  • Vereine
  • auf Leute zugehen
  • Ehrenamt ( z. B. Freiwilligenzentrum)
  • Arbeitsplatz
  • Tagesstruktur
  • Hobbys ( z.B. Chor, Tanzen, Sport ….. )
  • Kurse (z.B. VHS .,..,. )
  • Interessengemeinschaft
  • SPZ- offener Treff
  • Kirchengemeinde
  • Künstlernetz (z.B. Becker & Funke Kulturfabrik)

Es ist ein Erstaunen in der Runde, dass es so viele Möglichkeiten gibt, Kontakte zu knüpfen und auch das Hilfsangebot wurde gelobt.

Nach der Pause werden Ideen gesammelt

3. Wie können soziale Kontakte (wieder) geknüpft werden?

WIE ?

  • Informieren ( z.B. beim SPZ)
  • Mutproben (z.B. über die Krankheit sprechen, .,.. )
  • dran bleiben
  • üben
  • zur richtigen Zeit offen sein
  • Themen finden
  • Absprachen (z.B. mit Familie u. Freunde …. )
  • Begleitung suchen (z.B. Betreuer, Familie, Freunde…)
  • Kleine Schritte – Geduld mit sich selber
  • stressfrei an die Sache gehen – nicht mit Druck
  • wieder schöne Seiten im Leben finden
  • authentisch sein

Einige in der Runde finden auch, dass man die Hemmschwelle überwinden sollte offen über die Krankheit zu reden. Manche brauchen dazu Unterstützung, andere schaffen es nicht. Alles sollte mit Geduld und vor allem stressfrei geschehen. Mehrere merkten auch schnell von welchen Menschen man sich trennen sollte. Es waren die, die ihnen nicht gut taten und sie nicht verstehen wollten.

CA. 20:45h

Abschlussrunde: Wie immer geht der Stein in die Runde: Was hat Ihnen diese Veranstaltung gebracht, was nehmen Sie mit? Was lassen Sie hier? Verabschieden und Bedanken bei den Gästen.

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.