Welche Entwicklung gibt es in der psychiatrischen Versorgung im Kreis Düren?

Protokoll vom 18. November 2015

Ablauf:

Begrüßung des Auditoriums und der anwesenden Gäste, Herrn Laufs, Geschäftsführer der Kette e. V. und Herrn Lieberenz, Ombudsmann der LVR Klinik Düren Frau Dangel

Vorstellung des Psychoseseminars Herr Schmidt

Ablauf des Seminars mit Pausen und Getränken und Protokoll erklären Frau Dangel

Moderation und Protokol Frau Dangel

Einstieg – Frau Dangel:

Heute ist das Thema: Welche Entwicklung gibt es in der psychiatrischen Versorgung im Kreis Düren? Wir möchten Sie fragen, welchen Institutionen / Angebote Sie derzeit aktuell nutzen. Bitte schreiben Sie Ihre Beispiele auf Karten (Pro Karte ein Beispiel).

Im Anschluss möchten wir die Karten vorstellen (wer möchte) und berichten, welche Erfahrungen Sie mit diesen Angeboten und Institutionen gemacht haben. Die werden auf dem Boden von den Teilnehmern wie folgt sortiert:

Auf den Karten werden bekannte Angebote erfasst:

  • Amtsgericht für gesetzliche Betreuungen
  • Gesundheitsamt, Sozialpsychiatrischer Dienst
  • Evangelische und katholische Klinikseelsorge
  • Patientenclub in der LVR Klinik
  • LVR Klinik Düren, stationär, ambulant, Tagesklinik
  • Klinik Marienborn. Zülpich
  • Die Kette e. V., Integrationsfachdienst, Sozialpsychiatrisches Zentrum, Tagesstätte, Betreutes Wohnen, Wohnheime, Freizeitangebote,
  • Omdudsmann der LVR Klinik
  • Mosaik
  • Betreutes Wohnen in eigenen Wohnungen und in Wohngemeinschaften, es sollen über 50 BEWO – Anbieter geben
  • WAF
  • SKF
  • Caritas
  • SPKOM westliches Rheinland für Migranten
  • Niedergelassene Psychiater und Psychotherapeuten
  • Psychoseseminar
  • Neurologen
  • Freundeskreis
  • Pflegestellen
  • Selbsthilfezentrum
  • Depressionsgruppe Zülpich
  • Internetforen
  • Angehörigengruppe
  • Selbsthilfegruppen, wie z. B. WENDEPUNKT, für Depression und Angsterkrankung, freitags 2wöchig

Die Teilnehmer /innen berichten:

  • Mit der LVR Klinik habe ich gute Erfahrungen gemacht
  • Es ist ein großes Problem Psychotherapieplätze zu finden
  • Jetzt bin ich in einer Depressionsgruppe im Krankenhaus in Zülpich, dort gibt es Gespräche, Ergotherapie, Bewegungstherapie und Akkupunktur
  • Was kann man zu Überbrückung der Wartezeit auf eine Psychotherapie machen?
  • Die Kette e. V. besuchen, den Offenen Treff dort und verschiedene Angebote nutzen, wie Sport und Schwimmen.
  • Das Psychoseseminar regelmäßig besuchen
  • Selbsthilfegruppen besuchen; doch auch hier gibt es Kapazitätsgrenzen
  • Es gibt eine besondere Psychosebehandlung: SOTERIA, auch in der LVR Klinik Haus 6. Besondere Aspekte sind: Ruhe, wenig Medikamente, Alltagsbezug, z. B. gemeinsam kochen mit dem Personal.

Nun berichten Herr Laufs und Herr Lieberenz, wie die psychiatrische Versorgung früher war und was sich heute aus Ihrer Sicht verändert hat?

DAMALS:

  • Es gab für Patienten keine Wahlmöglichkeit. Keine Alternativen zur Klinik, nur ein paar Wohngemeinschaftsplätze. Im gesamten Kreis Düren ca. 14 Plätze.
  • In der Klinik gab es (nur) 5-6 Sozialarbeiter, sie übernahmen die persönliche Versorgung des Patienten. Dazu gehörte auch den Sozialhilfegrundantrag stellen, Barbeträge besorgen ebenso wie Zigaretten.
  • Für Patienten gab es nur Sozialhilfe
  • 1981 / 82 gab es erste Soziogruppen. Dabei ging es um Probleme und deren Lösungen.
  • Herr Lieberenz war seit 1972 Vormund / Pfleger für forensische Patienten. Er wurde damals über das Jugendamt bestellt. Er kümmerte sich um Arbeit und Wohnung für die Patienten.
  • Vormundschaften hatten auch Anwälte
  • Es gab noch keine Ambulanz in der LVR Klinik, diese wurde 1980 gegründet
  • BEWO war eine freiwillige Leistung des LVR – nur für wenige
  • Es wurden Träger mit Ihren Angeboten für psychisch Erkrankte gefördert.
  • Die Nachsorge war in den 80zigern weit von Düren weg
  • 1990 gründete sich die Kette e..V. als Nachsorgeeinrichtung, 1994 kamen weitere Betriebsstätten hinzu

HEUTE:

  • Es gibt viele Ambulanzen (Stolberg, Alsdorf, Bedburg, Düren) und auch Tagesstätten.
  • Heute können Betreuer gewechselt werden.
  • Betreuung findet heute in Netzwerken statt (z. B. gesetzliche Betreuung und BEWO Betreuung)
  • Die Tageststätte in der Schoellerstraße wird aufgelöst
  • In der Roonstraße entsteht ein medizinisches Altenzentrum bis 2017 von der LVR Klinik
  • Heute wird die Förderung nach dem Hilfebedarf ausgerichtet.

Pause

Nach der Pause halten wir auf der Flipchard fest, welche Visionen / Wünsche es im Hinblick auf die psychiatrische Versorgung heute gibt.

  • Zeitnahe Therapieangebote
  • Mehr niedergelassene Fachärzte
  • „Feste“ Gruppe im SPZ als verbindliche Teilnahme, besonders für schwer zu motivierende Menschen
  • Therapeutische Depressionsgruppe in Düren
  • Attraktivere Arbeitsplätze in den „Werkstätten“ für „Kopfmenschen“
  • Berufliche Unterstützung als Projekt, Berufsförderungswerke

Ca. 20:45 Uhr

Abschlussrunde: Ein Stein wird in die Runde gegeben: Was hat Ihnen diese Veranstaltung gebracht (was nehmen Sie mit? Was lassen Sie hier?)

Bedanken bei der Seminargruppe (und dem Gast / den Gästen). Hinweis auf das nächste Seminar am 16. Dezember mit dem Titel: „Was hilft Angehörigen bei psychischer Erkrankung ihrer Familienangehörigen?“

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.