Was ist Psychose? Ist sie heilbar?

Protokoll vom 16. September 2015

Ablauf:

Begrüßung des Auditoriums und der anwesenden Gäste Frau Dangel

Vorstellung des Psychoseseminars Herr Schmidt

Ablauf des Seminars mit Pausen und Getränken und Protokoll erklären Frau Dangel

Moderation und Protokoll Frau Dangel

Einstieg – Frau Dangel:

Heute ist das Thema: „Was ist Psychose? Ist sie heilbar?“ Wir möchten nun in der Seminarrunde die Frage stellen: Was wissen Sie – was wissen wir – schon über Psychose?

Wir bitten Sie, Ihr „Wissen“ auf Karten zu schreiben; bitte jeweils nur eine Nennung auf eine Karte, aber so viele Karten wie Sie benötigen! Im Anschluss möchten wir die Karten auf dem Boden sortieren und zuordnen. Hierzu haben wir zwei Kategorien vorbereitet: Erstens: Ursachen – organische – nichtorganische und zweitens: Symptome

Zu den Ursachen von Psychose gibt es folgende Überlegungen:

  • Psychischer Stress, der zum Realitätsverlust führt
  • Erreger als Ursache
  • Kindheitstrauma / Trauma in der Vergangenheit
  • Sich selbst unter Druck setzen
  • Hirnerkrankung
  • Gifte als Ursache (Drogen)
  • Gene (psych. Erkrankung in der Familie)
  • Botenstoffe im Gehirn
  • Stoffwechselstörung, zu viel Dopamin
  • Schlaflosigkeit

Als Symptome wurden benannt:

  • Isolation / sozialer Rückzug
  • Abgleiten in eine Traumwelt / Realitätsverlust; man will die Realität nicht wahrnehmen
  • Sich beobachtet fühlen
  • Der Wahn: Ich muss mich in Luft auflösen
  • „Schleifen“ im Gehirn; wie wenn eine Schallplatte gesprugen ist
  • Die Mächte des Wahnsinns
  • Niedergeschlagenheit
  • Störung des Antriebs
  • Psychose ist „träumen, wenn man wach ist“
  • Verfolgungsgefühl
  • Stimmen hören
  • Angst
  • Paranoia
  • Viele Gedanken im Kopf
  • Positive und negative Symptomatik
  • Halluzinationen
  • Ver-rückte Realität
  • Ich – Störung
  • Veränderte Wahrnehmung / Wahrnehmungsstörung
  • Patienten möchten (können) Krankheit nicht akzeptieren
  • Gefangen sein in Teilen des Gehirns mit Verlust der Realität, bzw. kein Kontakt zur „realen“ Außenwelt
  • Konzentrationsstörung
  • Man denkt, dass man alles vergisst und glaubt, man habe Alzheimer
  • Religiöser Wahn
  • Zwangsgedanken
  • Verzögertes Antworten

Weitere Aspekte sind:

  • Angehörige fühlen sich gefangen, bis die Gefahr vorbei ist
  • Psychose ist eine nicht einfach zu ergründende Erkrankung
  • Es gibt viele verschiede Formen von Psychose

Die Psychose wird als Oberbegriff gesehen. Verschiedene psychische Erkrankungen können psychotische Elemente haben. Dies wird am Beispiel „Kopfschmerzen“ erklärt. Kopfschmerzen können, genau wie Psychose, verschieden Ursachen haben, z. B. Migräne, Verspannung, Zahnschmerzen, Entzündungen. So kann Psychose auch verschiedene Ursachen haben. Eine Theorie ist, dass eine genetische Disposition in Verbindung mit hohem Stress zur Psychose führen kann. Ebenso können Hirnerkrankungen zur Psychose führen. Auch Drogen können zur Psychose führen, ebenso wie Traumata und vieles mehr. Die Ausprägung von Psychosen ist unterschiedlich. Es kann auch eine Wahnvorstellung isoliert sein, so dass sie als einzelnes Symptom auftritt. Dies kann auch lebensbegleitend sein. Der Betroffene kann lernen, damit umzugehen.


Pause

Nach der Pause beschäftigen wir uns mit der Frage: Ist Psychose heilbar? Es wird die Frage gestellt: Haben Sie Erfahrungen, dass Menschen von Psychosen „geheilt“ wurden? Was hilft der „Heilung“.

Die Nennungen schreibt Frau Sieburg auf die Flipchart.

  • Psychotherapie kann nach der akuten Phase der Psychose helfen, diese zu verarbeiten. Das Verhältnis zwischen Therapeut und Patient muss dabei immer passen.
  • Medikamente unterstützen die Heilung
  • Nach der Psychose schaffen es Betroffene auch manchmal, die Krankheit hinter sich zu lassen.
  • Ein stabiles soziales Umfeld
  • Es gibt begleitende Unterstützung, wie der Besuch der Tagesstätte. Hier bekommen Betroffene wieder eine * Tagesstruktur sowie Angebote der Ergotherapie und Arbeitstherapie, soziale Kontakte, regelmäßiges gemeinsames Essen.
  • 30% der Betroffenen werden von der Psychose komplett geheilt
  • Betroffenen hilft es, ihre Lebensgeschichte wieder in die Hand zu nehmen.
  • Psychoedukation, als das Auseinandersetzen mit der Psychose, z. B. im Psychoseseminar, ist hilfreich.
  • Ein soziales Umfeld außerhalb der psychiatrischen Versorgung ist ebenso wichtig (Vereine, Hobbys, Freunde).
  • Lachen und positive Emotionen
  • Selbsthilfegruppen fördern Vertrauen und geben Sicherheit
  • Soteria ist eine besondere Behandlung der Psychose

Alkohol zur Selbstbehandlung wird bei Medikamenteneinnahme als schädigend angesehen. Der Medikamentenspiegel kann absinken, die sedierende Wirkung wird verändert. Daher gilt die Empfehlung: Kein Alkohol bei Psychopharmaka.

Das Buch von Eckhart Trolle „Jetzt –die Kraft der Gegenwart“ wird von einem Seminarteilnehmer im Kontext zur „Ich-Auflösung“ angesprochen.

Ca. 20:30 Uhr

Abschlussrunde: Ein Stein wird in die Runde gegeben: Was hat Ihnen diese Veranstaltung gebracht (was nehmen Sie mit? Was lassen Sie hier?)

Bedanken bei der Seminargruppe (und dem Gast / den Gästen) – Hinweis auf das nächste Seminar am 21. Oktober 2015 mit dem Titel: „Zwischen Beschützen und Überfordern. Welcher Umgang mit dem Patienten ist richtig?“

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.