Umgang mit überengagierten Helfern

Protokoll des Psychoseseminars vom 19.04.17

Anwesend: 6 Personen, darunter Frau Musinskaite (Ärztin LVR-Klinik)
Moderation: Herr Schmidt
Protokoll: Frau Elsässer
Vorstellung des Psychoseseminars

Einleitung

Definition Engagement laut Wörterbuch. Persönlicher Einsatz aus weltanschaulicher Verbundenheit.

Im Kreis wird es definiert als Gegenstück zu einem Handel, das heißt Engagement ist ein Vorschuss an Geben.

Helfersyndrom: Als Helfer fühle ich mich größer.

Engagement hat positive Seite: Erfahrungen weiter zu geben, um etwas zu bewirken.

Erfahrungsaustausch

  • Erfahrung als Helfer
    • Hilfe zur Selbsthilfe wird oft missverstanden.
    • Wetteifern um Hilfe bei religiös geprägten Menschen nach dem Motto: Ich muss die Welt retten.
    • Es können schnell Enttäuschungen kommen
    • Finanzielle Gründe für zu viel an Hilfe (mehr Geld vom LVR)
    • Angehörige üben Druck auf Ärzte aus, wenn die Schützlinge eine Behandlung verweigern.
    • Helfer katalogisieren einen in Diagnosen.
  • Erfahrung mit Helfern
    • Selbsthilfegruppe
    • Mutter hat Selbstständigkeit behindert. Erst nach deren Tod ein Netzwerk aufgebaut
    • Ärztliche Behandlung mit Medikamenten
    • Jeder muss eigenverantwortlich handeln.
    • Ich sollte nie versuchen, jemanden anderen zu ändern.
    • Krankheitseinsicht und Selbstannahme

Welche Arten von Helfern gibt es?

Ärzte, Angehörige, Nachbarn.

Suizidalität

S. ist ein sensibles Thema. Heutzutage reicht es schon, wenn jemand in einer SMS schreibt: „Ich kann nicht mehr“. In Litauen ist die Suizidrate sehr hoch. Dort ist das Gegenteil der Fall. Die Menschen werden oft alleine gelassen mit ihren Gedanken.
Wie kann man S. Feststellen? Ankündigung, Medikamente horten.

Psychotischer Schub

Viel Hilfe ist notwendig in Form von Aufgefangen werden. Die Betroffenen können lernen, Warnsignale festzustellen und sich zeitnah helfen zu lassen.

Wo ist die Grenze der Selbstbestimmung?

Abhängigkeiten zu anderen Menschen abbauen, Abhängigkeit von Menschen hat etwas mit Selbstwert zu tun.

Pause

Arbeiten an der Flipchart:

  • Helfer: Wie merke ich, dass es zu viel wird?
    • Gereiztheit, Ungeduld
    • Forderung von Effizienz
    • Supervision und Fallbesprechung
    • Behandlungsdauer unterschiedliche Meinungen
    • Ganze Gedanken drehen sich um einen „Fall“.
  • Betroffene: Wie gehe ich damit um?
    • Objektive Person dazuziehen.
    • Offenheit und Klarheit mit Erwartungen
    • Kenntnisse über eigene Erkrankung
    • Landesverband für Psychiatrieerfahrene
    • Behandlungsvereinbarungen das hat gut getan das sollte unterlassen werden
    • Angehörigengruppen
    • Selbsthilfegruppe
    • Psychoseseminar
    • Offener Treff

Wie lerne ich zu sagen: So geht es nicht!

Erfahrene:

  1. Sich selbst kennen.
  2. Gruppengespräch
  3. Herausfinden, wie es geht
  4. positive Vorbilder
  5. Kommunikation
  6. Krankheitseinsicht
  7. Ehrlichkeit
  8. Erlaubnis, aus der Situation zu gehen.

Helfer:

  1.  Ehrlichkeit
  2. Mal in Urlaub gehen

Abschlussrunde

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.