Selbstbestimmt durch Behandlungsvereinbarung!

Protokoll des Psychoseseminars vom 18. Mai 2016

von 19.00 – 20:45 Uhr

Moderation und Protokoll: Frau Dangel

Ablauf:

Begrüßung des Auditoriums und der anwesenden Gäste Frau Dangel

Vorstellung des Psychoseseminars Herr Schmidt

Ablauf des Seminars mit Pausen und Getränken und Protokoll erklären Frau Dangel

Das Thema im Psychoseseminar am 18.05.2016 lautet:

Selbstbestimmt durch Behandlungsvereinbarung (BV)!“

Einstieg – Frau Dangel: Im letzten Psychoseseminar hieß es: Medikamente nehmen oder nicht nehmen? Hieraus ergaben sich u. a. Fragen, wie die Selbstfürsorge wirksam umgesetzt werden kann. Es wurde z. B. ein Medikamentenpass angesprochen, in dem alle Medikamente und Dosierungen notiert sind. Das heutige Thema knüpft an den Selbstfürsorgegedanken an. Zunächst möchten wir klären, wie eine Behandlungsvereinbarung der LVR Klinik Düren entstanden und aufgebaut ist.

Frau Sieburg berichtet von der Behandlungsvereinbarung – Gruppe, die 1997 in der Kette e. V. gegründet wurde

Die Behandlungsvereinbarung wird vom Aufbau her kurz vorgestellt.

Nun werden die Teilnehmen gefragt, ob und welche Erfahrung Sie mit einer BV haben.

In einer regen Diskussion entstehen folgende Aussagen.

  • Wie wird in der BV der Punkt „Krankmeldung“ ohne Hinweis auf psychiatrische Unterbringung umgesetzt werden? Schreibt dann der Hausarzt die Krankmeldung?
  • Die AKUT Station in der LVR Klinik Düren hat kaum Erfahrung mit der BV. Diese wird ja im stabilen Zustand abgeschlossen. Im Akutzustand geht es um Schutz und Gefahrenabwehr. Bei „bekannten“ Patienten sind hilfreiche Medikationen bekannt. Der Behandler ist immer in der Haftung, so dass er / sie die notwendigen Medikationen einsetzen (muss).
  • Es sollte eine Kennzeichnung in der Patientenakte geben, dass eine BV vorliegt.
  • Die BV wird in der Klinik im Chefarztsekretariat aufbewahrt und in der Ambulanz. Patiten und Angehörige sollen auf diese bei der Aufnahme hinweisen.
  • BV soll als vertrauensbildende Maßnahme wirksam sein
  • Behandler kennen die Rechte von Patienten und setzen diese um
  • Für Patietnen ist es hilfreich, Wüsche mitzuteilen, z. B. was ihnen gut tut in der akuten Krise
  • Behandler möchten Beziehung zu den Patienten aufbauen um diese zu verstehen. Sie sind verpflichtet Auskünfte über die Patienten einzuholen. Es gibt kaum Patienten die völlig unbekannt und „namenlos“ sind.
  • Die problematische Situation in einer Akutstation kann eine BV nicht verändern. Dort führen die Erlebnisse und Eindrücke manchmal zur Traumatisierung. Diese Erlebnisse besprechen die Ärzte mit den Patienten.
  • Die Psychiatrie steht sehr im Fokus der Öffentlichkeit; oftmals negativ

Durch mehr Transparenz und Öffnung kann es zu einer positiveren Meinung gegenüber der Psychiatrie kommen

  • Früher war der Umgang mit den Patienten weniger sensibel. Heute hat sich Vieles zum Positiven verändert.
  • Wichtig ist, die BV zu aktualisieren, wenn sich etwas verändert (ebenso wie in der Vorsorgevollmacht und der Patientenverfügung)
  • Bei Patienten, die „unbekannt“ sind und sich nicht mitteilen können, kann die Klinik Auskünfte über das Amtsgericht, die Krankenkasse, den Hausarzt Informationen bekommen.

PAUSE

Nun möchten wir auf der Flipchart sammeln, wodurch Selbstbestimmtheit möglich ist:

Was wird benötigt?

  • Vertrauen in die Klinik und Medikamente

  • Zufriedenheit

  • Frühwarnsymptome erkennen / kennen lernen

  • Einsicht in die Erkrankung

  • Akzeptanz der Krankheit < Infos über die Erkrankung

  • Wissen durch gute Kommunikation in der Klinik

  • Überversorgung erkennen und selbstbestimmter werden

  • Zwischenmenschliche Beziehungen zwischen der Klinik den Ärzten, den Patienten und dem Pflegepersonal

  • Leben aktiv gestalten /Selbstwirksamkeit)

  • Alltagskompetenzen


Abschlussrunde: Ein Stein wird in die Runde gegeben: Was hat Ihnen diese Veranstaltung gebracht (was nehmen Sie mit? Was lassen Sie hier?)

Bedanken bei der Seminargruppe (und dem Gast / den Gästen)

Hinweis auf das nächste Seminar am 25. Juni zu dem Thema: „ Ambulante Hilfe, die bei psychischer Erkrankung nach Hause kommt“.

Alle weiteren Themen stehen auch auf der Homepage des Psychose – Seminars: www.psychose-seminar.info

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.