Psychotisch und trotzdem glücklich?! – Ein erfülltes Leben trotz Psychose

Protokoll des Psychoseseminars vom 17.09.2008 von 19.00 – 21.15 Uhr

Protokollantin: Fr. Mischke (Mitarbeiterin der Kontakt -u. Beratungsstelle der Kette e.V.)

Zunächst erfolgt die Begrüßung des Auditoriums.

1.Was ist Glück? (kurze Erörterung)

Es wurde zusammengetragen:

  • Zufriedenheit
  • mit sich und der Umwelt in Einklang sein
  • ein „Highlight“
  • mein eigenes Leben leben können
  • ein Lottogewinn
  • ein gutes Gefühl
  • ein „Aha-Erlebnis“
  • es ist kein Dauerzustand – hebt sich aus einer Konstanten hervor
  • man muß Kontakt haben um glücklich zu sein
  • gelungene Kommunikation

2.Wann bin ich als Psychose – Erfahrener, Angehöriger und Profi im Umgang mit der Erkrankung glücklich?

Es wurden Karten verteilt an die Teilnehmer und jeder sollte aus seiner Sicht schriftlich dazu Stellung beziehen. Die Ergebnisse wurden den jeweiligen Personengruppen ( Angehöriger, Profi, Psychose – Erfahrener) zugeordnet. Im Anschluss wurden alle gebeten sich die Ergebnisse anzuschauen.


PAUSE

3.Welche Aussagen auf den Karten wurden für gut/bemerkenswert/auffällig interessant befunden? Und weshalb?

Auffällig war, dass Psychose-Erfahrene sagen sie sind glücklich im Kontakt mit sich selbst. Bei Profis und Angehörigen sind es die Glücksmomente im Kontakt mit anderen Menschen. Es gab eine kurze Diskussion darüber, dass Medikamente eine große Rolle für das glücklich sein von Psychose – Erfahrenen spielen und diese wiederum oft durch ihre Nebenwirkungen unglücklich machen können.

4.Was können Psychose – Erfahrene, Profis und Angehörige tun um sich glücklich zu fühlen im Umgang mit der Erkrankung?

Es wurden aufgezählt:

  • sich angenommen fühlen
  • sich auseinandersetzen (Was will ich?!)
  • bewusst leben
  • Begegnungen mit Menschen – soziale Netze/Kontakte
  • zufrieden sein
  • auch im Unglück glücklich sein
  • Ruhe (im Kopf) haben/erleben
  • innerhalb meiner Toleranzen (Grenzen) leben
  • Humor
  • dafür sorgen, dass es mir gut geht (gesunder Egoismus)
  • das Leben weiter leben

Nach weiterem Austausch in der Gruppe wurde klar, dass diese Punkte für alle anwesenden Personengruppen zutreffend und wichtig sind, um ein erfülltes Leben führen zu können.

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.