Psychose und Intelligenz

Protokoll des Psychoseseminars vom 15.11.17

Anwesend: 11 Leute

Moderation: Frau Dangel, Herr Schmidt

Protokoll: Frau Elsässer

Erster Teil:

Am Anfang steht die provokante Frage: Macht Psychose dumm?

Die Teilnehmer werden gebeten, ihre Erlebnisse und Erfahrungen auf Zettel zu schreiben und vorzustellen. Anschließend werden die Zettel auf dem Boden sortiert.

Minussymptomatik

Minussymptomatik bezeichnet laut Wikipedia die Gesamtheit von Symptomen einer beliebigen neurologischen oder psychischen Störung, die als Ausfall oder Mangel von früher vorhandenen psychischen Eigenschaften erscheinen (Anmerkung des Protokollanten).

Unbehandelte Psychose und ihre Auswirkungen auf Intelligenz (zum Beispiel jahrelanger Drogenmissbrauch).

Während der Psychose eine zeitweise Beeinflussung der Intelligenz.

Die Wahrnehmung ist gestört.

Im Jahr 2000 war mein erster Schub. Ich wurde vollgepumpt mit Haldol. Unter Anderem dachte ich, ich wäre langsam. Ich habe aber dennoch bei dem Spiel Tetris den Rekord gebrochen.

Mein Mann macht weniger, traut sich weniger zu.

Mein Mann rechnet langsamer, seit er Diabetes hat. Er hat kurz vorher Psychopillen genommen.

Die Depression hat mich eher geistig behindert. Dadurch, dass ich meine Suchterkrankung zum Stillstand gebracht habe, ist mir Tod oder Wahnsinn bis jetzt erspart geblieben.

Vielleicht eingeschränktes Sozialverhalten. Dumm denke ich nicht.

Viele Gedanken sind durcheinander

Gedächtnisblockaden kommen vor.

Gesellschaftliche Aspekte

Einfluss von Medikamenten auf den Ausdruck und die soziale Interaktion, das heißt zum Beispiel, ich bin nicht so wach und schnell darin, eine gute Unterhaltung zu führen.

Mich hat die Psychose nicht dumm gemacht. Einschränkungen habe ich durch

Medikamente erfahren.

Medikamente hindern etwas, Alte Medikamente mehr, neue weniger.

Die Intelligenz fördert gute Arbeit, Hobbys, Ehrenamt, Geselligkeit, Sinnhaftigkeit.

Schrottarbeit macht dumm.

Schulsystem hat Probleme mit Hochbegabten. Die Kinder dürfen nicht weiter als die Lehrer sein.

Psychose, Intelligenz und Gesellschaft. Man wird, wenn die Psychose bekannt ist, häufig stigmatisiert.

Zum Beispiel, wenn man beim Arzt etwas fachlich Richtiges sagt, was er nicht versteht, führt der Arzt das auf die Psychose zurück.

Positive Aspekte für Intelligenz bei Psychose

Es gibt berühmte Persönlichkeiten mit Psychose

Intelligenz kann gelernt werden. Stichwort Training.

Intelligenz kommt aus dem Gehirn.

Intelligenz ist berühmt, ist beliebt, ist angesehen, wird aber überschätzt. I. Ist nicht alles, was den Menschen ausmacht.

In der Beschäftigungstherapie der LVR-Klinik werden sehr intelligente Bilder und andere Sachen geschaffen.

Intelligenz ist auch eine besondere Begabung zu haben. Zum Beispiel Kreativ und künstlerisch.

Psychose macht nicht dumm, ist nicht dumm. Sie hat eher mit Gefühlen zu tun.

Habe meinem Bruder die Rückmeldung gegeben, dass er sehr intelligent ist, obwohl er anderer Meinung war.

Soziale Intelligenz entwickelt sich aus Erfahrungen in menschlichen Kontakten.

Zweiter Teil:

Wir haben gemerkt, dass es sich um ein komplexes Thema handelt. Die Frage der Intelligenz lässt sich nicht so leicht beantworten, weil jeder etwas anderes darunter versteht.

Was kann jeder einzelne tun? In der Vorbereitungsgruppe sind wir darauf gekommen, dass Selbstfürsorge ein wichtiges Thema ist.

Wir sammeln Themen zur Selbstfürsorge auf der Flipchart.

  • Sich spiegeln lassen von seinem Gegenüber (positiv/negativ)
  • Sinnvolle Beschäftigung
  • Selbsthilfegruppe
  • Richtige Medikamente regelmäßig einnehmen
  • Medienkompetenz (nicht zu viel fernsehen, daddeln oder im Internet surfen)
  • Genügend Schlaf
  • Soziale Kontakte, Umfeld, Freunde
  • Gehirn fordern, Neues machen
  • Selbstliebe
  • Verhaltensänderung
  • Gute Aufklärung (Risikofaktoren meiden, Psychoseseminar besuchen)
  • Bewegung und Sport
  • Weg zur Akzeptanz der Erkrankung
  • sozialer Filter (Menschen, die mir nicht gut tun, bleiben weg).
  • Abwechslung, Neugierde, Offenheit, Fragen stellen.

Abschlussrunde: Ein Stein wird herumgereicht mit der Frage: „Was hat Ihnen diese Veranstaltung gebracht? Was nehmen sie mit? Was lassen Sie hier?

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.