Psychose und ihre Symptome

Protokoll des Psychoseseminars vom 20.09.17

Anwesend: 16 Personen, darunter Frau Rühl (Ärztin LVR-Klinik)

Moderation: Herr Schmidt, Frau Dangel

Protokoll: Frau Elsässer

Vorstellung des Psychoseseminars, Erklärung der Getränke

Teil 1: Sammlung der Symptome und Zuordnung

Die Anwesenden bekommen Karten ausgehändigt. Je Karte wird ein Symptom aufgeschrieben. Die Karten werden vorgestellt und zugeordnet zu psychotischen und nicht-psychotischen Symptomen. Karten, die sich nicht eindeutig zuordnen lassen, werden in die Mitte auf den Boden gelegt.

Psychotische Symptome:

  • Fremdbestimmung der Gedanken durch Andere
  • Halluzinationen
  • traut der Weltsicht der anderen nicht mehr
  • Schuldwahn

nicht-psychotische Symptome:

  • Minussymptomatik
  • Essstörung
  • Depression
  • nicht-einstellbarer Blutdruck
  • Traurigkeit
  • affektive Störung
  • Verwirrtheit
  • Erklärug der affektiven Störung: Unfähigkeit, Gefühle zu modellieren.

Erklärung der Minussymptomatik: etwas nicht mehr können.

Mitte:

  • sozialer Rückzug
  • Ängste
  • Innere Leere
  • Schlaflosigkeit
  • Gereiztheit
  • Aggression

Die Begriffe in der Mitte können Frühwarnsymptome sein, müssen aber nicht.

Im Jahre 1845 wurde der Begriff Psychose zum ersten Mal erwähnt. Er ist ein Sammelbegriff für seelische Störungen, bei denen der Bezug zu Realität und der Umgebung verloren wird.

Pause

Zweiter Teil: die verschiedenen Symptome werden Krankheiten zugeordnet.

Depression:

Hauptsymptome: Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Traurigkeit, Freudlosigkeit

Nebensymptome: Angst, Suizidgedanken, Klos im Hals, Selbstvernachlässigung

Bei schweren Depressionen: Wahnvorstellungen (hypochondrische Beschwerden zum Beispiel), die zur Stimmung passen. Negativer Wahn. Häufig Schuldwahn, Verarmungswahn.

Halluzinationen, die zur Stimmung passen.

Die Neurose ist ein ungenauer Begriff. Sie wird nicht mehr verwendet.

Bipolare Störung:

Wechsel zwischen Depression und Manie

Hier kann sich Depression und Manie abwechseln oder mehrfach Depressionen oder Manie sich mit gesunden Phasen abwechseln.

Manie: gehobene Stimmung, Rededrang, Schlaflosigkeit. Man freut sich über alles. Aggression und Reizbarkeit, Grenzüberschreitung bei anderen, affektive Störung. Die Depression wurde oben beschrieben.

Bei schwerer Manie: Wahn und Halluzinationen, Selbstüberschätzung, religiöser Wahn, Liebeswahn, Verfolgungswahn (selten).

Eine Manie hält an von einer Woche bis vier Monate.

Die Bipolare Störung kann gefährlich sein, weil sie anstrengend ist und der Betroffene sich nach der Manie zum Beispiel sehr viele Vorwürfe machen kann, die zu Suizidgedanken und -ausführung führen können.

Als Phasenprophylaxe ist eine dauerhafte Medikation erforderlich.

Schizophrenie:

Hauptsymptome:

Gedankenausbreitung, Gedankeneingebung, Gedankenentzug

Halluzinationen

Wahnvorstellungen

Ich-Störung (Man fühlt sich fremd.)

mindestens 1 bis 2 Symptome über einen Monat anhaltend.

Wir lernen daraus, dass Psychose ein Oberbegriff für Symptome ist, die in verschiedenen Krankheitsbildern auftauchen können.

Es gibt von den Betroffenen beschriebene Warnzeichen, bei denen es sinnvoll sein kann, eine Klinik aufzusuchen. Zum Beispiel: Schlaflosigkeit, Ängste, Innere Leere, Ich-Entgrenzung.

Die Ich-Entgrenzung wird beschrieben, als die Aufhebung der Grenze zwischen Ich und Umwelt. Ähnliches wird unter anderem durch Drogenkonsum erlebt.

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.