Psychose und berufliche Möglichkeiten – Chancen und Möglichkeiten in den verschiedenen Arbeitsmärkten

Protokoll des Psychoseseminars vom 18.04.2007 von 19.00 – 21.05 Uhr

Zunächst erfolgt die Begrüßung des Auditoriums und der Gäste. Es ist keine/kein Ärztin/Arzt zugegen. Als Gäste sind Hr. Dzimbritzki, Leiter des Sozialen Dienstes der Rur-Tec Werkstätten in Huchem-Stammeln, Hr. Wißmann vom Integrationsfachdienst der Kette e. V. und 2 MitarbeiterInnen der Job-Com Düren.

Vorstellung des Psychoseseminars und der Person der Moderatorin ihrer Funktion.

Zu Beginn stellen die o. g. Gäste ihre Arbeitsbereiche vor. Geschichtlich gesehen entwickelten sich die Rur-Tec Werkstätten aus den Rurtalwerkstätten für geistig-mehrfach Behinderte und früher auch für psychisch Behinderte Menschen heraus. Weil sich die unterschiedliche Klientel nicht gut verstand, differenzierte sich die Rur-Tec im Jahr 1991 als eine eigenständige Werkstatt für psychisch Erkrankte heraus. Herr Dzimbritzki beginnt mit der Erläuterung über die Arbeitsbereich in Huchem -Stammeln. Diese sind Bereiche: Verpackung und Druckerei. Mit 124 MitarbeiterInnen. In der neuen Werkstatt gibt es nur den Bereich Verpackung und in „Der Laden“ in Düren, Aachener Str. gibt es Wertearbeitsplätze für Menschen die in kleinen Gruppen arbeiten. Die Finanzierung eines Arbeitsplatzes wird in den ersten beiden Jahren über das Arbeitsamt finanziert. Finanzierungsträger können auch die LVA und die BFA sein.

Welche Möglichkeiten der beruflichen Rehabilitation gibt es für psychisch Erkrankte?

Es werden verschiedene Träger genannt:

  • Bundesweit gibt es 24 Berufsförderungswerke, das nächstliegende ist Michaelshoven in Köln -Rodenkirchen mit Internat.
  • In Heidelberg gibt es eine Möglichkeit sich zum techn. Zeichner ausbilden zu lassen.
  • Die Agentur für Arbeit vermittelt Menschen mit hohem Betreuungsbedarf in Werkstätten.
  • Fortbildungsakademien der Wirtschaft gibt es in Jülich oder in Eschweiler. Diese arbeiten auf das Ziel hin, über eine Firma, Menschen auf den 1. Arbeitsmarkt zu vermitteln.
  • Die „Dekra“ schult ebenso psychisch Erkrankte und hat ihren Sitz in Brühl.
  • Die „Tertia“ arbeitet zum selben Ziel und hat ihren Sitz in Aachen.
  • Der IFD der Kette e. V. (Integrationsfachdienst) begleitet behinderte Menschen am Arbeitsplatz und wird ebenso vermittelnd tätig.
  • Integrationsfirmen wie z. B. den „CAP-Markt“ gibt es in Düren nicht.

Welche Möglichkeiten gibt es für Hochbegabte psychisch Erkrankte?

Hier wird vor Allem die Frage diskutiert, wie man gegenüber dem Arbeitgeber mit der psychischen Erkrankung umgehen soll. Ein Seminarteilnehmer bemerkt, dass es besser sei, nicht von der psychischen Erkrankung zu sprechen, da man sonst keine Chancen auf einen Arbeitsplatz bekommt. Dies widerspricht jedoch dem Antidiskriminierungs-gesetz nach EU-Norm. Insgesamt gibt es für hochbegabte psychisch Erkrankte eingeschränkte Möglichkeiten der Erwerbstätigkeit, kommt man zum Ergebnis. Die Stigmatisierung im Erwerbsleben findet darüber statt, dass ein seelisch Beeinträchtigter/eine seelisch Beeinträchtigte gleichzeitig dumm ist, was aber ein Irrtum ist.

Über die vorangegangene Frage wird anschließend über die Situation von Arbeitgebern und psychisch Erkrankten gesprochen. Man braucht die psychische Erkrankung nur auf Anfrage hin zu erwähnen. Gerichtsurteile gibt es nicht dazu. Viele Arbeitgeber zahlen trotz der Subventionierung lieber Ausgleichszahlungen, als Behinderte Menschen ein-zustellen.

Untersuchungsergebnisse einer amerikanischen Studie über die Zusammenarbeit von behinderten und nicht behinderten Menschen in einer Firma haben ergeben, dass das Betriebsklima sich verbessert hat, weil es einen sog. „Sozialen – Katalysator-Effekt“ gibt. Faktoren wie Hilfsbereitschaft und gegenseitiges Verständnis haben dazu beigetragen.

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.