Psychose und Ausbildung

Protokoll des Psychoseseminars vom 20.12.17

Anwesend: 10 Leute

Moderation: Frau Dangel, Herr Schmidt

Protokoll: Frau Elsässer

Erster Teil:

Begrüßung und Vorstellung des Psychoseseminars. Das Psychoseseminar gibt es seit 1995 in Düren. Es gibt ein umfangreiches Online-Archiv über die Themen die schon angesprochen wurden. Neben dem heutigen Thema: „Psychose und Ausbildung“ werden im zweiten Teil Themen für das nächste Jahr unter den Anwesenden gesammelt.

Zunächst soll von Erfahrungen während der Ausbildung berichtet werden:

Es gibt die Ausbildung in Berufsförderungswerken im geschützten Rahmen zum Beispiel in Bitburg oder Köln (Michaelshoven). Diese ist meist mit Internat verbunden. Es berät die Agentur für Arbeit.“

Man kann in eine verkürzte Ausbildung oder die reguläre Ausbildung machen. Für die Ausbilder auf dem ersten Arbeitsmarkt kann man Hilfen zur Eingliederung beantragen.“

Für junge Menschen ist es oft schwierig, so fern von zu Hause zu sein in einem Internat.“

Im Berufsförderungswerk wurde ich in eine Ausbildung gedrängt, die mir gar nicht lag. Die Ausbildung hatte zudem kaum Praxisbezug. Erst durch Umwege (Ehrenamt und Praktika) bin ich in meinem Traumberuf gelandet. Zunächst 10 Stunden im Monat auf dem ersten Arbeitsmarkt in der IT-Branche.“

2014 begann ich meine Ausbildung als Gestaltungstechnischer Assistent. Durch psychotische Schübe konnte ich diese nicht beenden. Jetzt bin ich angebunden an eine Werkstatt für Behinderte und mache von dort aus ein Praktikum auf dem ersten Arbeitsmarkt.“

Ein Antrag auf berufliche Reha wird meist beim Landschaftsverband Rheinland gestellt. Die deutsche Rentenversicherung ist erst zuständig, wenn Rentenbeiträge gezahlt wurden.“

Für mich stellt sich die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, Menschen in den ersten Arbeitsmarkt zu inkludieren. Hinweis auf das Buch „Die Inklusionslüge“ von Uwe Becker.“

Bevor ich in die Werkstatt für Behinderte gegangen bin, war ich insgesamt 15 Jahre auf dem ersten Arbeitsmarkt. Das war sehr schmerzhaft, weil es mit Versagen gekoppelt war. Ich konnte die Anforderungen nicht erfüllen. Jetzt fühle ich mich wohl.“

Es gibt Kritik an dem System der Werkstatt für Behinderte. Erstens ist der Lohn nicht gerecht. Die Qualität de Arbeit ist oft fraglich. Das ist ein diskussionswürdiges Thema.“

In der Psychose ist es wichtig, zur Ruhe zu kommen und eine Struktur zu schaffen. Es gibt die Tagesstätte für Menschen die noch nicht arbeiten können. Jeder Mensch hat Potenzial.“

Heutzutage kommt man besser in Arbeit als in den 2000er Jahren. Man muss sich nur Zeit nehmen. Es herrscht Fachkräftemangel und der demographische Wandel.“

Ich erlebe die jungen Leute als motiviert. Wichtig ist, ein Ziel vor Augen zu haben und kleine Schritte zu gehen. Für junge Leute ist es einfacher, eine neue passende Ausbildung zu finden als für Ältere, die ihren Traumberuf durch eine psychische Erkrankung verlieren und wieder ganz neu anfangen müssen. . “

Ergotherapie bietet die Möglichkeit, wieder Fähigkeiten zu erlernen, wie z. b. Konzentration und Merkfähigkeit. Für ambulante Ergotherapie benötigt man eine ärztliche Verordnung. Die Klinik in Zülpich bietet Ergotherapie u an und auch einige Praxen bieten dieses an.“

Eine Psychose geht einher mit Konzentrationsstörungen und Gedächtnisstörungen. Leistungsschwierigkeiten hängen vor der Schwere der Erkrankung ab. Es gibt für behinderte Menschen den IFD (Integrationsfachdienst) als Beratungsstelle.“

Eine Ausbildung kann man in jedem Alter beginnen. Problematisch ist es nur, einen Arbeitgeber zu finden.“

Auch relativ gesunde Menschen machen Umwege, bis sie den richtigen Arbeitsplatz gefunden haben.“

Zweiter Teil:

Themensammlung:

  • Löhne in der Werkstatt für Behinderte
  • Betreuung und Rechtsgrundlagen (Neuigkeiten)
  • Psychose und Seriosität im Beruf
  • Selbstfürsorge
  • Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung
  • Literatur über Psychose
  • Psychose Online (Darstellung der Thematik im Internet)
  • Online-Abhängigkeit.

Abschlussrunde: Ein Stein wird herumgereicht mit der Frage: „Was hat Ihnen diese Veranstaltung gebracht? Was nehmen sie mit? Was lassen Sie hier?

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.