Psychose, Partnerschaft und Sexualität

Protokoll des Psychoseseminars vom 16.12.2009 von 19.00 – 20.45 Uhr

Protokollant/in: Fr. Mischke

Zunächst erfolgt die Begrüßung des Auditoriums

1.Gibt es Ratschläge/Tipps, die Sie bzgl. Partnerschaft, Sexualität und Psychose erhalten haben? Waren diese Ratschläge hilfreich?

Die Anwesenden berichten über folgende Erfahrungen:

1996 bekam jemand ein „Verbot“ durch Mitarbeiter in einem Wohnheim dorteine Beziehung zu führen. Weiter wird mitgeteilt, dass sich seitdem vieles geändert habe und es viele Wohngruppen gebe, in denen viel mehr Freiheiten und Selbstbestimmung praktiziert werden.

Es wird mitgeteilt, dass es in der Klinik oft schwierig sei das richtige Maß zwischen Selbstbestimmung und krankheitsbedingtem, selbst gefährdendem Verhalten zu unterscheiden.

Eine andere Rückmeldung war, dass Ratschläge zur Trennung mitgeteilt wurden da man mit einem psychisch erkrankten Partner nicht zusammenleben könne.

2.Wie sind Sie damit umgegangen? Wie hat sich die Situation danach entwickelt?

Oft waren die erhaltenen Ratschläge verletzend und erschütternd für die Betroffenen. Trotzdem sind die Anwesenden ihren eigenen Weg gegangen und haben versucht diese Situation als Herausforderung zu sehen. Man hat diese Ratschläge wahrgenommen aber für sich selbst entschieden und ist zu einer anderen Lösung gekommen.

„Wegrennen bringt nichts – man muss eine Entscheidung treffen.“

Diese Sichtweise hat dazu geführt, dass die Betroffenen etwas Positives aus der Situation entnehmen konnten und sehr viel über sich, die Partnerschaft und das Leben lernen konnten. Es hat den Zusammenhalt der Partnerschaft gestärkt und man hat sich weiterentwickelt.

PAUSE ca. 5-7 Min

Kurze Zusammenfassung der Ergebnisse des ersten Teils

3.Fragen an die eingeladenen Gäste (Fr. Romberg von Pro Familia) wurden wie folgt vorbereitet, jedoch konnten die Gäste nicht anwesend sein.

  • Welche Auswirkungen können Medikamente z.B. Psychopharmaka auf die Partnerschaft und Sexualität haben?
  • Gibt es auch andere Medikamente (außer Psychopharmaka), die Auswirkungen auf die Partnerschaft haben können?
  • Welche Faktoren kommen sonst hinzu z.B. mangelndes Selbstwertgefühl, oder zu wenig Aufmerksamkeit für den Partner etc.?
  • Welche Auswirkungen haben Probleme auf eine Partnerschaft und das Selbstbewusstsein? Welche Erfahrungswerte gibt es aus der Praxis?

Es wurde berichtet, dass das Bedürfnis nach Nähe und Sexualität schon vorhanden sei, aber „es“ irgendwie nicht funktioniert. Das kann dazu führen, dass das Selbstbewusstsein darunter leidet und der Druck (dem Partner gegenüber) wächst.

4.Was kann man tun um die Partnerschaft zu beleben und um eine bessere Sexualität zu haben?

  • Die eigene Erwartungshaltung hinterfragen
  • Wenn man merkt, dass ein Partner leidet muss man dazu bereit sein Kompromisse einzugehen
  • Immer wieder versuchen neue Impulse in die Partnerschaft zu geben
  • Offen sein
  • Aufgeben den Anderen verändern zu wollen

5. Themensammlung für das nächste Halbjahr

  • Literaturhinweis: Psychose + Partnerschaft, Helene und Hubert Beitler, Psychiatrie Verlag Bonn, 2000 ISBN-10-3884142550

Abschlussrunde – ein Stein wird in die Runde gegeben: Was hat Ihnen diese Veranstaltung gebracht? (Was nehmen Sie mit? Was lassen Sie hier?) Verabschiedung und Bedanken bei den Gästen

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.