Psychoedukation – Wem hilft das Wissen über Psychosen?

16.5.2018

Psychoedukation – Wem hilft das Wissen über Psychosen?

Erfahrungen aus der Gruppe zum Thema Psychoedukation:

  • Psychoseseminar (Bei einem neuen Schub hat das Wissen über Frühwarnsymptome geholfen. Es hat geholfen bei sich hinzuschauen und das Verhalten zu ändern.)
  • Aufklärung über Medikamente
  • Wissen über die Erkrankung (Es wird umgangssprachlich vermittelt.)
  • Wissen über Vorsorge, um Krisen zu vermeiden
  • Selbsthilfe (Sich durch andere wahrnehmen und nach und nach besser erkennen.)
  • Besseres Verständnis der Krankheit (Symptome allgemein und Besonderheiten bei einem selbst erkennen.)
    (Bei einem Wahn wird es nicht mehr vermieden das Thema zu besprechen. Man kann sich dadurch weiter entwickeln.)
    (Auseinandersetzung mit mir und mit der Krankheit. Die Krankheit annehmen. Mit dem Leben zurechtkommen. Hier hilft auch Laienwissen.)
  • Selbsthilfegruppe für Betroffene
  • Selbsthilfegruppe für Angehörige (Angehörige fühlen sich nicht so alleine gelassen. „Reden tut gut.“ Alle haben das gleiche Problem und nehmen sich Zeit dafür. Es ist mehr Zeit als beim Arzt.)
    (Beim Arzt wurden Angehörige früher als störend empfunden. Das ist heute besser, auch durch Psychoedukation.)
  • Wissen über Wechselwirkung der Erkrankung mit dem Lebensumfeld und den Menschen
  • Gespräche mit Ärzten, Therapeuten, Anlaufstellen

Welche Empfehlung würden Sie für Psychoedukation aussprechen?

  • Alle drei Gruppen des Trialogs sollen zusammenwirken und das Gesellschaftliche soll einbezogen werden.
  • Der Quelle der Information sollte man vertrauen können (z. B. Internetseiten, Medienkompetenz erlangen)
  • lernen auszuwählen, was für einen selbst passt.
  • geschützten Raum dafür schaffen
  • Lebenszeit dafür einplanen
  • Austausch mit dem sozialen Umfeld (Außenreflektion)
  • Lernen, schnell auf Frühwarnsymptome zu reagieren

Wem nützt Psychoedukation?

  • Betroffenen, Angehörigen, Profis, Hilfspersonen und der Gesellschaft
  • Es geht allen besser durch Aufklärung.
  • Der Trialog ist auch in der Schule sinnvoll. (Projekt: „Verrückt? Na und!“ Hier findet ein Trialog in den Schulen statt.
  • Es ist ein Weg der kleinen Schritte.
  • Empathie wird gestärkt, weil darüber gesprochen wird, wie der andere sich fühlt. (Die Gesellschaft ist wenig empathisch. Anonymität.)
  • Sie findet statt in einem geschützten Raum.
  • Chronifizierung kann manchmal verhindert werden.

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.