Medikamente und ihre Wirkungen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Protokoll des Psychoseseminars vom 18.11.2009 von 19.00 – 20.45 Uhr

Protokollant: Hr. Schmidt

Zunächst erfolgt die Begrüßung des Auditoriums sowie der anwesenden Gäste. Vorstellung des Psychoseseminars.

1. Was fällt Ihnen zum Thema Medikamente ein? (ein Schlagwort oder kurzer Satz)

  • Abhängigkeit / Suchtpotenzial
  • dämpfen
  • “Unter einer Glasglocke”
  • ermöglichen psychosefreies Leben
  • Vielfalt
  • richtige Wahl
  • Stabilisierung
  • helfen zu überleben
  • entstellen
  • Nebenwirkungen / Risiken / Tod
  • Kosten
  • Ärztliche Entscheidung

2. Wer kann aus eigener Erfahrung berichten welche Wirkung nach der Einnahme aufgetreten sind?

Es wird berichtet:

  • Nebenwirkung Depression
  • Wechsel zwischen Psychose, Depression und Normalität
  • schlechte Verträglichkeit (z.B. Hydol) und gute Verträglichkeit
  • Gegen Gedanken Hydol, gegen Manie Truxal. gegen Angst Neurocil
  • Eigenstrategie durch Selbstreflektion, mit sich selbst und der Krankheit beschäftigen und durch Informieren
  • Solian bis zu drei Tage, im Sommer eher weniger, um in den Schlaf zu kommen zusammen mit Absprache beim Arzt für maximale Selbstbestimmung
  • Problem der Abhängigkeit
  • Morgens nicht in die Gänge kommen, schwere Antriebslosigkeit, aber sich trotzdem mit dem Leben arrangieren, die Qualität des Lebens verbessern.
  • Gute Verträglichkeit, Vertrauen in Medikamente
  • Selbsthilfegruppen informieren und klären auf
  • Mehr Schlaf
  • Von der Schwere zur Leichtigkeit, Zufriedenheit
  • Das Meiden von Menschenmassen
  • Zufriedenheit
  • keine Emotionen
  • Psychose in Kombination einer geistigen Behinderung erschwert extrem die Komunikation
  • Es wird aus einem Angebot von vielen Medikamenten lange ausprobiert. Ärztlicher Rat von Nöten.
  • weniger Reize, Medikamente wie Filter
  • Medikamenteneinnahme kann vergessen werden
  • regelmäßige Einnahme wichtig
  • gibt Tagesstruktur
  • keine Heilung

Kurze Zusammenfassung der Ergebnisse des ersten Teils

3. Fragen an die anwesenden Profis. Mit welchen Wirkungen, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen muss man rechnen bei der Einnahme von Psychopharmaka? Gibt es Medikamente, die Psychosen auslösen bzw. begünstigen können? (z.B. Herzmedikamente, Hormone)

Bei einer Psychoseerkrankung ist im Gehirn das Dopamin zu hoch, daher wird mit Dopamin blockenden Medikamenten gearbeitet. Alte Medikamente haben das Dopamin sehr stark blockiert. Neuere Medikamente bremsen das Dopamin, aber sind durchlässiger. Es sind weiter Neurotransmitter für Psychose verantwortlich, unter anderem Serotonin und Histamin. Es wird nach neuen Medikamenten geforscht, aber es gibt verschiedene Modelle. Ein Problem ist, das es keine bildgebende Verfahren gibt. Daher wird die Medikation nach dem Try and Error Verfahren ausprobiert. In der Klinik werden bestimmte Medikamente je nach Symptome aus der Erfahrung verabreicht, z.B. gibt es Medikamente, die je nach dem Körpergewicht zur Gewichtszunahme oder Abnahme führen.

Der Eingriff in den Stoffwechsel des Gehirns kann sexuelle Störungen verursachen. Dopamin hemmt die Prolaktinausschüttung und die dopaminblockenden Medikamente erhöhen das Prolaktin, was bei Frauen zu Problemen führt.

Bei dem Wirkstoff Olanzapin, sollten Raucher nicht mit dem Rauchen aufhören, da der Chlozapinspiegel stark ansteigen kann und im Extremfall zum Tod führen kann.

Grapefruitsaft sollte in Kombination mit Medikamenten nicht eingenommen werden, die Wirkung der Medikamente wird dann verstärkt und es kann zur Überdosis kommen. Milch hingegen reduziert die Wirkung. Auch Koffein (Kaffee, Cola, Tee) beeinflussen die Wirkung der Medikamente. Es sollte zwei Stunden nach der Einnahme der Medikamente gewartet werden, bis diese Getränke getrunken werden.

Alkohol und andere Drogen sollten bei Psychose grundsätzlich gemieden werden.

Psychopharmaka mit Schmerztabletten oder Kombinationspräparate können zu erhöhten Leberwerten führen.

Cortison kann bei hochdosierter Anwendung eine Psychose auslösen.

Antidepressiva schwächt Blutdruck und Kreislaufsenkende Medikamente. Antidepressiva selbst kann den Blutdruck erhöhen oder senken. EKG und Laboruntersuchungen sollten regelmäßig durchgeführt werden.

4. Wie kann man Nebenwirkungen und Wechselwirkungen minimieren?

  • Für Überschaubarkeit sorgen
  • Möglichkeiten für das Weglassen oder Reduzieren von Medikamenten prüfen
  • Wachsam sein und Nebenwirkungen ansprechen

Abschlussrunde – ein Stein wird in die Runde gegeben: Was hat Ihnen diese Veranstaltung gebracht? (Was nehmen Sie mit? Was lassen Sie hier?) Verabschiedung und Bedanken bei den Gästen. Das nächste Psychoseseminar findet statt am 16.12.2009.

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.