Integration psychisch Erkrankter in das soziale Umfeld – wie geht das?

Protokoll des Psychoseseminars vom 15.05.2013 von 19.00 – 20:45 Uhr

Moderation: Frau Sieburg – Protokoll: Frau Hamacher

Zunächst werden das Auditorium und die anwesenden Gäste begrüßt, u. a. auch Herr Dr. Plum (LVR Klinik Düren).

Der Einstieg erfolgt mit der Frage: Wer gehört alles zum sozialen Umfeld?

Eine Karte mit einem großen ICH (steht für Gesunde) wird in die Mitte des Bodens gelegt. Die Nennungen werden auf Karten geschrieben und auf dem Boden um das ICH verteilt.

Familie – Beruf – Kontakte – Freunde – Nachbarn – Vereine – Kirche – Geschäfte – Schule – Uni – Freizeit – Hobbys – Tiere – Ehrenamt

Dann wird das ICH herum gedreht. Ein verzehrtes ICH (steht für den psychisch Erkrankten) wird sichtbar.

Es wird nun diskutiert, wie man als Betroffener integriert werden kann oder sich selber auf den Weg macht.

Es wird von einem Besucher gesagt, dass Rückzug der erste Schritt ist, keine sozialen Kontakte mehr zu haben. Folgende Nennungen werden auch benannt:

Ein Betroffener teilt mit, dass für ihn der Rückzug der erste Schritt ist, soziale Kontakte aufzugeben. Nachfolgend gibt es weitere Nennungen:

  • Familie wendet sich ab
  • Freunde ziehen sich zurück
  • Nachbarn verhalten sich abwertend
  • Menschen sind verunsichert

Nachfolgend wird eine Diskussion darüber geführt, wie Erkrankte in das soziale Umfeld integriert bleiben können und wie Betroffene dies selbständig bewältigen können.

Betroffenen kann auch das Halten von Haustieren helfen. Hier erfahren sie Zuneigung und haben zudem eine verbindliche Aufgabe. Besonders Hunde werden als „treue Begleiter“ empfunden. Hier ist der Mensch zudem gefordert, täglich raus zu gehen. Hierdurch ergeben sich auch soziale Kontakte.

Es wird besprochen, wie soziale Kontakte erneuert und aufrecht gehalten werden können:

  • Abstand von der Krankheit nehmen
  • Zeit lassen (langsam und mit Ruhe)
  • Nicht nur mit Betroffenen zusammen sein
  • Ehrenamtliche Tätigkeiten
  • Sich in Vereinen anschließen

Anlaufstellen für soziale Kontakte können sein:

  • Selbsthilfegruppen
  • Integrationsfachdienst (bei Fragen zur beruflichen Wiedereingliederung in den ersten Arbeitsmarkt)
  • Psychoseseminar
  • Traumatherapie
  • Offener Treff des Sozialpsychiatrischen Zentrums

Es entsteht eine Diskussion über Hindernisse für Betroffene. Folgenden Aussagen werden gemacht:

  • Eine Akuttherapie ist in der LVR Klinik Düren nicht möglich.
  • Die menschliche Ebene zwischen Profi und Patient ist ausschlaggebend. Sie wird nicht immer berücksichtigt.
  • Es ist schwer, die richtige Dosierung bei Medikamenten zu finden.
  • Der Patient wird mit Medikamenten oft ruhig gestellt und kann deshalb kaum noch Kontakt zu anderen Menschen aufnehmen.
  • Betroffene wünschen sich andere Arbeitsmöglichkeiten, die besser zum erlernten Beruf passen und nicht nur Arbeitsplätze in den Werkstätten für Behinderte.
  • Betroffene wünschen sich mehr Förderung im Hinblick auf Weiterbildung und Umschulung
  • Es gibt zu wenig Unterstützung auf dem Weg der Integration

Resümierend wird festgestellt, dass das Zusammensein mit Tieren sehr wertvoll sein kann auf dem Weg der Genesung und Integration.

Das Thema kann in diesem Seminarrahmen nicht zufriedenstellend beantwortet werden; daher wird gewünscht, dieses in einem weiteren Seminar aufzugreifen.

Eine Angehörige gibt an, dass es nie eine perfekte Lösung gibt, sonder nur individuelle Lösungswege.

Die Vorbereitungsgruppe verabschiedet sich und bedankt sich für das Kommen der Interessierten, besonders bei Herrn Dr. Thorsten Plum von der LVR Klinik Düren.

Es wird der Hinweis auf das nächste Seminar am: 19. Juni 2013 gegeben; mit dem Thema:

„Angebote für psychisch Erkrankte außerhalb der Klinik – welche gibt es? “

Bei der Abschlussrunde wird ein Stein in die Runde gegeben. Jede / r, der möchte, sagt, was Ihm diese Veranstaltung gebracht hat.

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.