Erfahrungsaustausch – Zwangseinweisung muss das sein?

Protokoll des Psychoseseminars vom 16.10.2002

Anwesend waren 12 Personen; eingeladener Gast: Herr Jansen Kreisbetreuungsstelle.

Zu Beginn des Seminars hatten Angehörige, Psychose-Betroffene und professionell involvierte die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch. Die Erfahrungsberichte einiger Betroffener gaben Einblick den Verfahrensablauf bei einer Zwangseinweisung. Besonders bedeutsam waren die Schilderungen der erlebten Gefühle die damit im Zusammenhang standen. Dies ging sogar soweit, dass ein Betroffener zu der Überzeugung gekommen war, dass die zeitlich weit zurückliegende Zwangseinweisung sein Leben und seine Intimsphäre zerstört hatte, da nun das ganze Dorf darüber bescheid wusste und er selbst seinen Zustand anders als die anwesende Ärztin einschätzte. In der Klinik waren seine Erfahrungen dann auf der geschlossenen Abteilung sehr schlecht.

Der Duktus (Kernaussagen) der insgesamt geäußerten Erfahrungen bündelte sich n. m. E. um die Begriffe „Macht, Ohnmacht, Hilflosigkeit und Scham“.

Herr Jansen von der Kreisbetreuungsstelle versuchte seine Arbeitssituation klar zu machen, denn er hat tagtäglich mit diesem Thema zu tun. Seine teils humorigen Schilderungen die mit seiner Berufsauffassung zu tun hatten, stellten in einer witzigen Interaktion einen gelungenen Protagonisten zu dem ansonsten schwer belegten Thema dar. Dies wurde am Ende sogar mit einem kleinen Beifall honoriert.

Die in der Vorbereitungsgruppe erarbeitet Verlaufsstruktur wurde nicht eingehalten. Dies geschah aus dem Grund, weil Hr. Dr. Kuczhak-Alawie aus Krankheitsgründen nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnte und damit die medinzinische Seite thematisch nicht zum tragen kam. Als Positivum konnte heraus gearbeitet werden, dass zum Thema „Betreuung“ Wissensdefizite zu einem emensen Fragenkatalog führten und die Anregung kam, dieses Thema im nächsten Halbjahr wieder aufzunehmen.

Zu dem letzten Punkt „Wie kann Abmilderung“ geschehen kam die Gruppe nicht mehr.

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.