Drogen und Psychose (Sucht)

Protokoll des Psychoseseminars vom 21.10.2009 von 19.00 – 20.45 Uhr

Protokollant/in: Fr. Mischke

Zunächst erfolgt die Begrüßung des Auditoriums sowie des anwesenden Gastes Fr. Dr. Weikl (RKD)

1.Ein kurzes Brainstorming mit den Anwesenden zur Frage: Welche Süchte kennen Sie?

  • Kaufsucht
  • Polytoxikomanie
  • Cannabis
  • Valium
  • Alkohol
  • Nikotin
  • Pilze
  • Ecstasy, Speed, Kokain, Heroin
  • Tabletten
  • Koffein
  • Spielsucht
  • Arbeitssucht
  • Mediensucht
  • Sucht nach Anerkennung
  • Sexsucht

2.Austausch zwischen Betroffenen, Profis und Angehörigen:

Wann fängt Sucht an?

Es beginnt bei einem schädlichen Gebrauch einer Substanz also wenn der Konsum immer mehr in das körperliche Wohlbefinden und das freie Denken eingreift. Man unterscheidet zwischen stoffgebundenen und nicht stoffgebundenen Süchten. Bei einer stoffgebundenen Sucht ist nachgewiesen, dass der konsumierte Suchtstoff in den Gehirnstoffwechsel eingreift.

Gibt es neue Forschungsergebnisse aus der Suchtforschung?

Laut neuer Studien kann man sagen, dass Menschen, die heute Cannabis konsumieren ein 4 – 5 Mal so hohes Risiko haben an einer Psychose zu erkranken, als Menschen, die keinen Cannabis konsumieren. Dabei spielt auch eine Rolle in welchem Alter der Erstkonsum stattgefunden hat. Laut neuesten Forschungsergebnissen spielt der sog. Beikonsum keine so große Rolle mehr, da der Beikonsum meist erst einsetzt, wenn psychotische Symtome schon vorhanden sind und z.B. mit Alkohol „betäubt“ werden sollen. Eine psychotische Episode kann beim Gebrauch von Drogen passieren, aber eine latent bestehende Psychose kann auch erst im Entzug ausbrechen.

Was sind mögliche Gründe für einen Einstieg in die Sucht?

Viele Faktoren wie z.B. auch der persönliche Umgang mit Stress (Vulnerabilitäts- Stress – Modell) spielen eine große Rolle bei der Frage, ob man süchtig wird oder nicht.

Folgende Auslöser wurden noch genannt:

  • Langeweile
  • Probleme
  • Gruppenzwang
  • Sucht nach Anerkennung und Zugehörigkeitsgefühl
  • Verdrängung

Wie kommt man von der Sucht wieder los?

  • gute soziale Kontakte
  • sich „ein dickes Fell anwachsen lassen“
  • etwas „anderes“ finden
  • sich Zeit geben
  • erst einen „körperlichen“ Entzug machen
  • Anschlusseinrichtungen besuchen
  • Die Probleme aktiv „bearbeiten“

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.