DIE WEITEREN SITZUNGEN

In den weiteren Sitzungen ging es in Gespräch und Erfahrungsaustausch um die Aufarbeitung und Klärung von individuellen Erlebnissen und Situationen. Dabei zeigte sich, daß mit der Möglichkeit, über die spezifische Betroffenheit als Psychose-Erfahrener, als Angehöriger oder als professionell Tätiger hinaus die Erlebnisweisen und Wahmehmungsperspektiven der jeweils anderen Gruppen kennenzulernen und nachvollziehen zu können, sich zugleich Vertrauen bildet. Dieses Vertrauen äußerte sich zum einen in der zunehmenden Offenheit über eigene Erfahrungen, Gefühle und Belastungen zu erzählen, und zum anderen darin, im Gespräch den anderen besser zuhören und sich besser auf sie und ihre Sichtweise einlassen zu können. Dies hatte zur Folge, daß die Teilnehmer und Teilnehmerinnen das Seminar als Hilfe und Stärkung in ihren Lebenssituationen und in ihrer Betroffenheit durch die Psychose erfuhren. Diese Gespräche sollen und können hier nicht im einzelnen -mit Ausnahme einer Sitzung, die sich auf die Situation der Aufnahme in die Klinik bezog- dokumentiert werden.

WECHSELSEITIGE ERWARTUNGEN VON ANGEHÖRIGEN, PATIENTEN UND PROFESSIONELL TÄTIGEN IN DER SITUATION DER AUFNAHME UND AKUTEN BEHANDLUNG

  
Information und Rückmeldung nach Aufnahme und und vor Verlassen der Klinik

ernst genommen werden

Verläßlichkeit (z.B. Terminabsprachen)

Versuch, die Angehörigen zu verstehen
Angehörige einbeziehen statt auszuschließen und den Kranken für sich zu beschlagnahmen
Verständnis dafür, zuerst Zeit für den Patienten zu haben Angehörige nicht mit anschließender Beteuung allein lassen , sondern sie im Hinblick auf ihre Sorgen und Probleme beraten

Angehörige nicht von oben herab behandeln

Erfahrungen der Angehörigen im alltäglichen Zusammenleben mit dem Psychose-Erfahrenen berücksichtigen
Verantwortung für die Betreuung und Medikamentierung zu übernehmen
Vertrauen psychotherapeutische Begleitung

Berücksichtigung von Krankheitserfahrungen und Vorerfahrungen mit Medikamenten und ihrer Wirkung

Hilfe, soweit wie möglich aktiv sein zu können und nicht an Einschränkungen durch die Wirkung von Medikamenten leiden zu müssen
Zusammenarbeit

Ernstnehmen von Psychose-Erfahrungen und Bedürfnissen (z.B. bei Medikamentierung)

Sicherheit, daß ein verantwortlicher Arzt permanent zur Verfügung steht

Vertrauen durch Beziehungskontinuität

 

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.