Depression und Psychose – gleichzeitig möglich und doch verschieden?!

Protokoll des Psychoseseminars vom 17. September 2014 von 19.00 – 21:15 Uhr

Moderation und Protokoll: Frau Dangel

Der Einstieg in das Seminar erfolgt über die Klärung der „Begriffe“ Depression und Psychose. Was sind die Symptome, gibt es gleiche Symptome und welche sind unterschiedlich?

Es entsteht auf der Tafel eine Gegenüberstellung und Zuordnung der Symptome:

PsychoseDepression
wechselhaft/individuell

unterschiedlich
antriebslos

traurig

interessenlos, verschlossen, isoliert
Kontrollverlust

wahnhaft

Realitätsverlust

z. B. Halluzinationen,

Ängste,

Wahn, „Gott“ sein,

Aggression,

sich fremd fühlen
Negativdenken (Minus-Denken),

auch mit wahnhaftem Denken möglich,

sich fremd fühlen
z. B. Manie, Schizophrenie,

Verfolgungswahn
Depression,

Aggression
Konzentrationsmangel,

Schlafstörungen
Konzentrationsmangel,

Schlafstörungen,

Perspektivlosigkeit,

Atemstörungen,

Herzstörungen

Anschließend erfolgt ein Austausch über die Erfahrung als Betroffene, Angehörige und Fachleute mit Symptomen von Depression und Psychose. Es wird die Frage diskutiert: Können Depression und Psychose gleichzeitig auftreten?

Festgestellt wird, dass nach einer akuten Psychose durch die medikamentöse Behandlung eine Depression entstehen kann und dass in einer schweren Depression auch „wahnhafte Elemente“ auftreten können.

Nach der Pause werden Behandlungsmöglichkeiten von Depression und Psychose aufgezeigt. Auf Karten werden Ideen notiert und den Begriffen DEPRESSION – PSYCHOSE –zugeordnet. Es wird deutlich, dass es bei den Behandlungsmöglichkeiten vielen Überschneidungen gibt.

Für beide Erkrankungen wird als wichtig gesehen:

  • in schweren Fällen begleiten, stabilisieren und locker unterstützen
  • mit einem Psychologen sprechen / professionelle Hilfe suchen
  • Verständnis
  • Alkohol meiden
  • soziales Umfeld aufbauen
  • feste Termine machen und erhalten (man kommt aus dem Haus, Verpflichtung)
  • Tagesstruktur
  • Sport
  • regelmäßige Tabletteneinnahme
  • Freunde
  • Angehörige aufklären
  • Angehörige sollte gut für sich selber sorgen
  • angenommen werden wie man ist
  • Hobbys
  • versuchen Vertrauen aufzubauen
  • Selbsthilfegruppen
  • Psychoseseminar / Psychoedukation

Für die Depression wird genannt:

  • Versuchen unter Leute zu kommen und positive Themen ansprechen
  • offene Gespräche führen / Therapie
  • psychotherapeutische Maßnahmen
  • Lichttherapie
  • Entspannungstechniken
  • Kommunikationsmittel z. B. Telefon, PC können helfen in Kontakt zu kommen
  • Entspannung durch z. B. Sauna, Yoga, Autogenes Training
  • Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen

Für die Psychose wird genannt:

  • Sotria (besondere Behandlung bei Psychose; siehe Thema am 19. November 2014)
  • Ruhe
  • Behandlungsvereinbarung mit der Klinik abschließen

Es wurde benannt, dass Psychosebetroffene teilweise zur Selbstmedikation greifen mittels Alkohol. Dies bringt für den Moment Entlastung und „Entspannung“, hilft aber meist nicht auf Dauer.

Ca. 20:30 Uhr Abschlussrunde: Ein Stein wird in die Runde gegeben mit der Frage: Was hat Ihnen diese Veranstaltung gebracht (Was nehmen Sie mit? Was lassen Sie hier?)

Abschließend Verabschiedung und Bedanken bei der Seminargruppe mit dem Hinweis auf das nächste Seminar am 15. Oktober zu dem Thema „Angst im Umfeld psychischer Erkrankungen?“

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.