Beschwerdemöglichkeiten in den Rheinischen Kliniken Düren – Wo kann man sich beschweren?

Protokoll des Psychoseseminars vom 21.11.2007 von 19.00 – 21.15 Uhr

Zunächst erfolgt die Begrüßung des Auditoriums. Es ist Herr Doktor Grassnack Station 14 d RKD, Fr. Lemmer Qualitätsmanagerin RKD und Fr. Quednau Ombutsfrau RKD zugegen.

Vorstellung des Psychoseseminars und der Person der Moderatorin

1.Warm up:

Partner-Karteninterview (Jeder der mitmachen möchte, interviewt seinen Nachbarn) mit der Frage: Welche Beschwerde haben Sie an die Klinik? Danach werden die Karten in einem Schlitzkarton gesammelt.

2. Fr. Lemmer stellt ihren Tätigkeitsbereich vor.

Sie ist Qualitätsmanagerin in den RKD und möchte damit bestehende Strukturen verbessern und optimal gestalten. Entscheidungen sollen so vorbereitet werden und Konzepte können weiterentwickelt werden. Dies betrifft z. B. das Anmelde- Ideen- und Beschwerdemanagement. Die Beschwerdebeauftragte sorgt für die Umsetzung der Audits. Es wurden blaue Briefkästen auf den Stationen aufgehängt, in denen Beschwerden aber auch Lob zu Papier gebracht werden kann. Fr. Lemmer sorgt für die Bearbeitung und Umsetzung der Beschwerden. Alle Klinikbereiche sollen zertifiziert werden.

3. Fr. Quednau stellt ihren Tätigkeitsbereich vor.

Sie ist die Ombutsfrau (Patientenanwältin) in den Rheinischen Kliniken Düren. Von ihr hängt ein Bild auf jeder Station und die Patienten können sich über ihre Themen beschweren. Sie berichtet, dass sie Themen die z. B. um Medikation und rein ärztliche Themen handeln, nicht bearbeiten kann, aber die Informationen an den betreffenden Arzt weiter gibt. Sie berichtet über den Etikrat der Klinik, in dem sie vertreten ist und an dem Patienten teilnehmen können. Es kommen mitunter Beschwerden über die Fixierung. Dies sind jedoch Vorgaben vom Oberarzt.

Nun werden die Beschwerden, die auf die Karten geschrieben wurden vorgelesen und unter die Personen (Fr. Lemmer. Fr. Quednau und Ärzte) zugeordnet.

Fr. Lemmer wurden die Beschwerden zugeordnet:

  • Hygienische Zustände auf Station
  • Zuwenig therapeutisches Personal vorhanden
  • Mangelndes Therapieangebot für Menschen mit Psychose
  • Mehr Geld für AT
  • Bestrebungen zu Ambulanzen im Tagesklinikbereich (Überlastung d. Ambulanzen)
  • Bei Straftaten wird die Polizei und die Betriebsleitung informiert
  • Wie kann man den geschlossenen Klinikbereich transparent machen?

Den Ärzten Fr. Dr. Stenbock und Hr. Dr. Grassnack wurden nachfolgende Beschwerden zugeordnet:

  • Fehlende Hilfestellung für Angehörige in der stationären Behandlung
  • Verweildauer ist in der Klinik manchmal zu lang
  • Gezwungen werden wach zu bleiben
  • Beim Arzt kann man sich über Gewalt beschweren
  • Aufklärung über Medikamente und die Erkrankung
  • Nach falscher Einschätzung der aktuellen Lebenssituation sofort Medikamente verordnen
  • Angehörige werden manchmal ignoriert, nicht mit in die Behandlung mit einbezogen
  • Ärzteschaft hat zu wenig Zeit
  • Was ist wenn die Chemie nicht stimmt?
  • Man wird kaum wahrgenommen
  • Angemerkt wird noch, dass es für 700 PatienInnen 65 Ärzte und 460 Personen Pflegepersonal gibt.

Fr. Quednau wurden folgende Beschwerden zugeordnet:

  • das ich das Handy auf der geschlossenen Station nicht benutzen darf
  • Bei Gewalt kann man sich auch bei Fr. Quednau beschweren
  • Ohne Freiwilligkeitserklärung wird gerichtlicher Zwang angedroht. Ist das Nötigung?

Bei Gewalt (körperlich und seelisch) kann man sich beim Arzt, der Pflegekraft, den Beschäftigungstherapeuten, Fr. Quednau beschweren. Seine Beschwerden kann man auf Formbögen verschriftlichen und in die dafür angebrachten Briefkästen auf jeder Station einwerfen.

4. Gibt es noch mehr Möglichkeiten sich zu beschweren?

  • Direkt an den Arzt. Dieser bearbeitet so gut er kann und gibt den Rest weiter.
  • Petitionen beim Petitionsausschuß einreichen

Seitens Fr. Lemmer wird betont, dass viele Energien in die Umsetzung des Beschwerde-management gesetzt wird, weil es der Klinikleitung sehr wichtig ist. Früher hatte man sich in der Klinik weniger als Dienstleisterin verstanden, als heute. Diesbezüglich findet ein Wandel statt.

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.