Behandlungsvereinbarungen – Ein Weg zu mehr Selbstbestimmung?

Protokoll des Psychoseseminars vom 20.12.2006 von 19.00 – 21.05 Uhr

Zunächst erfolgt die Begrüßung des Auditoriums. Es ist keine Ärztin dabei. Vorstellung des Psychoseseminars und der Person der Moderatorin ihrer Funktion.

Warm up

1.Frage: Hat mir, meinen Angehörigen, meinen Patienten am letzten Klinikaufenthalt etwas nicht gefallen? Wenn ja, Was hat nicht gefallen?

2.Kartenabfrage dazu. Die Karten werden vorgelesen und in die Raummitte gelegt.

Antworten waren:

  • Zwangsbehandlung mit Haldol
  • Keine Information über Behandlung und Medikamente
  • Dauer des Aufenthaltes
  • Die Personalknappheit
  • Ärztliches Personal stand unter Zeitdruck, infolge dessen wurden Fragen von Angehörigen nicht ausreichend beantwortet.
  • Mir haben die ironischen Witze des Personals nicht gefallen
  • Nur auf dem Gelände aufhalten
  • Bevormundung was Medikation, Fixierung und geschlossene Unterbringung angeht
  • Falsche Station
  • Unfreundlichkeit des Pflegepersonals
  • Die Ärzte haben gegenüber der Patientin wenig informiert
  • Kranke werden allein gelassen
  • Bei Verschreibung von Medizin zu viel Automatismus
  • Zu wenig Transparenz in Haus 11
  • Falsche Medikation

Eine Teilnehmerin berichtet darüber was ihr gut gefallen hat: In Haus 12: gut organisierte gemütliche Weihnachtsfeier in Haus 12

3. Provokation: Die Karten werden eingesammelt und demonstrativ in einen Papierkorb geworfen.

Der „Ärger“ wurde thematisch aufgegriffen, und danach einen kurzen geschichtlichen Hintergrund zu den Behandlungsvereinbarungen gegeben (ist dem Protokoll beigefügt).

4. Was ist mit Behandlungsvereinbarungen gemeint und wozu sollen diese gut sein?

5.Welche Vereinbarungen kann ich treffen?

  • 6. 3 Karten wurden zuvor beschriftet und werden vorgelesen:
    • 1. Karte: dass ich Medikamente, die nicht geholfen haben, nicht mehr ausprobiere
    • 2. dass ich bestimmen kann, wer mich besucht oder wer nicht.
    • 3. dass ich Vorsorge treffen kann, für meine Pflanzen, Post und Haustiere.

7. Behandlungsvereinbarungsbögen werden ausgeteilt.

8. Karten werden aus dem Papierkorb gezogen und die Klagen/Beschwerden werden mit den Behandlungsvereinbarungen verknüpft.

Es wird dabei nach dem Schema:

  • Ärger
  • Wunsch
  • Vereinbarungen
  • Was realistisch?

vorgegangen.

Danach wird eine Themensammlung für das Jahr 2007 gemacht.

Folgende Themen sind genannt worden:

  • Kreativität und Psychose (Galerist Lutz Ros, Fr. Derbe Kunsttherapeutin RKD
  • Was tut sich in den RKD (Fr. Lemmer QM-Managerin)
  • Beschwerdemöglichkeiten in den RKD (Ombutsfrau Fr. Quednau)
  • Psychose und berufliche Möglichkeiten (Rehaabteilung ARGE, Hr. Wißmann, BTZ? Rur-Tec?
  • Zwangsmaßnahmen in der Psychiatrie
  • Spirituelle Elemente in der Psychose
  • Psychose und dann? – alternative Zukunftsentwürfe –

Bedanken und Verabschiedung der Gäste.

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.