Angst und Psychose – Angst in der Psychose und hinterher

Protokoll des Psychoseseminars vom 19.04.2006

Zunächst erfolgt die Begrüßung des Auditoriums und der Ärztin Fr. Dr. Weikl und des Arztes Hr. Dr. Galke die in der RKD tätig sind

1. Es wird die Frage gestellt in wieweit man selbst oder bei Anderen Angst in der Psychose erlebt hat und welche Gefühle dabei anteilig waren.

2. Vor was hatten Sie Angst?

Es wurden nachfolgend verschiedene Auslöser für Ängste genannt:

  • Angst davor dass die eigenen Gedanken gelesen werden
  • Angst vor Beobachtung
  • Urangst vor gefressen werden (Enge)
  • nirgendwo dazu zu gehören
  • Angst vor der Angst
  • vor Verfolgung
  • vor Katastrophen
  • Todesangst

Reale Angstauslöser können zum Beispiel sein:

  • Einkaufscenter
  • Hund
  • Föhn
  • tiefes Wasser
  • vor Arbeitslosigkeit
  • vor Blättern

Man bekommt die Ängste obwohl man für sich klar hat, dass die physikalischen Gesetzen weiterhin gelten. Die Angst könnte entstehen als Auswirkung der Diskrepanz zwischen der technokratischen Lebensweise und Organisation und der Natur. Es wird die Frage gestellt, wie Naturvölker Psychosen ausleben. Wir sind in unserer Lebensweise sehr Verstand gesteuert und sehen darüber hinaus hauptsächlich unsere Vorteile in unserem Tun. Die Entfremdung von den eigenen Wurzeln kann die Angst hervorbringen. Jemand berichtet über seine Angst vor Enge. Es ist eine innerliche Enge. Hochgefühle und dunkle Stimmungen wechselten sich in schneller Folge ab. Nagende Zweifel, negative Gefühle sowie extreme Situationen können Ängste herauf beschwören. Jemand schildert seine starke Angst vor einem Föhn. Wir erarbeiten das archetypische Reiz – Reaktion – Muster und ordnen darin auch die Angst vor einem Föhn zu.

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Es gibt qualitative Unterschiede zwischen Ängsten in der Psychose. Die Panik ist eine gesteigerte Form der Angst, die Spitze der Angst. Eine Panikattacke dauert maximal 30 Min. an, dann ist das Adrenalin verpowert. Es wurde folgendes Schaubild erarbeitet:

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3. Was kann ich tun, um besser oder anders mit der Angst umgehen zu können?

  • Medikamentöse Strategien
    • Medikamente schneiden die Ängste ab.
    • Panik kann durchlebt werden Erfahrung ist dass sie sich abschwächt. Vorzeichen beachten und reagieren.

Es wird ein Hinweis gegeben, wer Interesse hat eine Selbsthilfegruppe für Psychose – Erfahrene auf zu bauen, kann sich in eine Liste eintragen. 5 Personen haben Interesse daran und tragen sich ein.

Hinweis auf das nächste Psychoseseminar am 17. Mai zum Thema: Gewalt in der Psychiatrie – Aus der Sicht der Betroffenen, Angehörigen und der psychiatrisch Tätigen – wird gegeben.

4. Ausklang mit Blitzlicht (was kann ich heute Abend für mich mitnehmen?)

Menschen, die mit folgenden Diagnosen leben müssen: Schizophrenie, Paranoia, Borderline, Bipolare Störung, Depression u. ä. mit psychotischen Symptomen tauschen sich mit Angehörigen, Interessierten und in der Psychiatrie Tätigen aus.